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Vorwort

Solange ich zurück denken kann, bin ich von Büchern in Hinsicht ihrer Form und Gestaltung, ihrer Lebensdauer und dem, was jedes einzelne von ihnen preiszugeben vermag, fasziniert.

Seit der Entdeckung meiner Leidenschaft liebte ich es den Duft der Druckerschwärze eines neuen Bandes zu schnuppern, Seite für Seite genussvoll zu verschlingen, Markierungen, Kritzeleien oder Knicke zu verabscheuen und den respektvollen Umgang, sowohl mit alten Büchern, dessen Seiten bereits vergilbt sind, als auch neuen zu befürworten.

In mir entwickelte sich sehr früh der Wunsch ein eigenes fantastisches Buches zu schreiben und professionell gebunden in Händen zu halten. Ich wollte die Druckerschwärze meines Buches schnuppern, die Seiten immer und immer wieder verschlingen und es genau wie jedes andere respektvoll behandeln, damit es selbst nach 10 Jahren noch immer wie am ersten Tag aussehen würde.


Dementsprechend repräsentiert dieses Werk primär keinen kommerziellen Zweck – auf der einen Seite soll es zur Erfüllung meines Wunsches dienen, auf der anderen als Lesevergnügen für interessierte Leser wie Sie.


Ich gebe gerne zu, dass ich nie die hellste Leuchte am Kronleuchter, beziehungsweise im Deutschunterricht war. In der Grundschule verzichtete ich widerspenstig, fast töricht auf Interpunktion und meine Rechtschreibung wies über die fünfte Klasse hinaus starke Mängel auf, dass ich gar »Deutschheft« auf meinem Deutschheft falsch schrieb.

Für das grammatikalische Thema der »Satzlehre« erhielt ich in der sechsten Klasse dann endlich meine erste und wohlverdiente Einserzensur im Rahmen einer Klausur. Von da an setzte ich mich bewusst mit schriftlicher Sprache auseinander und schrieb meine ersten Texte, las gezielt die Literatur erfolgreicher Autoren, aber übte und feilte auch stets an meinem Schreibstil.


Der ernstzunehmende Wunsch ein Buch zu schreiben manifestierte sich jedoch nach der Fertigstellung meiner ersten und eher zufällig entstandenen Kurzgeschichte im Jahr 2004 – und heute, zehn Jahre später, kann ich dank moderner Technik, PDF-Dateien, Internet und digitaler Drucktechnologie mein eigenes Vorwort, in meinem eigenen Buch, mit meinen eigenen Kurzgeschichten lesen.

Jedoch war Weg zu einem fertigen Buch keineswegs einfach und sehr häufig müheselig – doch dafür entdeckte ich neben der vergessen geglaubten Freude am Schreiben viele neue und interessante Zusammenhänge.

Abgesehen als Autor, bin ich auch als Korrektor, Lektor, Redakteur, Layout- und Covergestalter, Fotograf und letzten Endes in der Werbung tätig gewesen.

Ich erhielt einen fundierten Einblick in eine Autor-Verlag-Beziehung und lernte die Bedeutung von Blocksatz, Titelei, Schmutztitel, Frontispiz, Einband, Buchaufbau, Buchbindung, die Wichtigkeit der DPI-Größe, Self-Publishing, weitere Kenntnisse in PDF, Word, Photoshop und vieles mehr kennen.

Zurückblickend bin ich stolz auf meine Leistung.


Die erste Kurzgeschichte in meiner Anthologie ist keine andere als »Der fiese Lehrer«, die im Jahr 2005 deutschlandweit im Kundenmagazin der City Betriebskrankenkasse publiziert wurde. Bei der Anordnung der 20 weiteren Geschichten bin ich chronologisch nach Fertigstellung vorgegangen. So folgt nach »Sie war es …«, die von einer missglückten Liebesbegegnung in der Hamburger Innenstadt handelt »Braungebrannt«, die der erste Entwurf eines lustigen Werkes war. Trotz der kontroversen Diskussion und Kritik die ich für »Schatz … ich liebe dich« erhielt, erlangte ich dank ihr im Jahr 2008 meine offizielle Anerkennung zum jungen Autor; ich bin mir sicher, dass diese Geschichte nicht in diesem Band fehlen durfte. Mit »Mein Mädchen« und »Jeder wäre der Falsche« habe ich zwei spannende Kurzgeschichten mit unterschiedlichen Handlungen konzipiert, die in sich eine ähnliche, dramatische Mitteilung beherbergen. Neben »Der Ring« und »Der Schatten am Fenster«, zwei Kurzgeschichten, die »Der Wahre Hase« in den Jahren 2007 und 2008 publizierte, folgen die Titel »Im Teich versunken«, eine nahegehende Liebesgeschichte und »Rauch«; letztere schrieb ich während meines Offenhaltest in Heilbronn. Neben 6 weiteren Kurzgeschichten warten »Der Zahn von Löwe« und »Ich bin nicht allein« auf Sie, die ich speziell für diese Anthologie verfasst habe. Zum Schluss finden Sie neben drei Leseproben eine Danksagung, einem informativen Abschnitt zu den einzelnen Geschichten und Bildmaterial.

Ich empfehle Ihnen zunächst alle Geschichten gelesen zu haben, bevor Sie als letztes »Ich bin nicht allein« lesen.


»Ein großes Werk für den Autor, ein kleines Buch für die Menschheit« – in diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine angenehme »Reise« durch meine literarische Vergangenheit und ganz viel Spaß mit »So vergeht die Zeit«!

Steven Illg
Hamburg, im März 2014


Quelle:
Anthologie „So vergeht die Zeit“ (2004–2014), © 2014.

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